Ein unerwartetes Laufjahr 2019

Ein unerwartetes Laufjahr 2019

2019 – mehr als nur laufen

Neujahr – Das alte Jahr war vorbei und damit durften neue Pläne geschmiedet werden. Mit einem Freund hatte ich die Idee, alle acht Läufe einer regionalen Cup-Serie zu laufen – somit auch den Kieler Hochbrückenlauf über die lange Distanz. Hochmotiviert ging es in die neue Saison, könnte man meinen. Mein läuferisches Jahr begann im Januar und Februar leider relativ lauffaul mit gerade mal 55 km pro Monat, die WarmUp’s auf dem Laufband im Gym inbegriffen; Prädikat: ausbaufähig.

Es begann

Den Nikolauslauf des Vorjahres hatte ich bereits in der Tasche, somit ging es im Februar 2019 beim FamilaLauf zum zweiten Event der Serie und ich hatte das ambitionierte Ziel die 10 km sub40 zu laufen – recht vermessen wenn ich meine winterliche Laufleitung so betrachte. Das Ziel habe ich selbstverständlich verfehlt, daher stand für mich fest, dass ich mehr und vor allem strukturiert trainieren muss. Mit riesigem Respekt gegenüber der langen Distanz ging es als nächstes Ende März beim Hochbrückenlauf an den Start – viel zu schnell gestartet, aber am Ende doch sehr zufrieden, war es doch der erste lange

Lauf nach meinem HM-Debüt beim Kiel.Lauf 2018. Aber genug der Zahlen, ich will ja niemanden langweilen.

Lauftreff des Turnschuhheizers

Zu Ostern standen zwei Lauftreffs vom Turnschuhheizer an und es war für mich das erste Mal, dass ich im Training einfach so mit mehreren Menschen gelaufen bin und für mich das Miteinander im Vordergrund stand. Es hat mir sogar so viel Spaß bereitet, dass ich schon jetzt fest davon überzeugt war, dass mit dem Projekt „Team VOSS Turnschuhheizer“ ein tolles Laufjahr auf uns wartet #geilesding

Wir-Gefühl

Spätestens ab diesem Wochenende hat das Laufen für mich einen neuen Stellenwert im Leben eingenommen, nicht wegen des Trainings oder der Wettkämpfe, sondern wegen des stetig wachsenden „Wir-Gefühls“ innerhalb der Laufgruppe. Natürlich war ich auch interessiert darin, eigene Fortschritte zu machen, aber am Ende zählte der Spaß bei jedem gemeinsamen Lauf. Beispielsweise das Gefühl beim „Flensburg liebt Dich Marathon“ mit der lieben Melly gemeinsam zu ihrer neuen PB über die HM-Distanz zu laufen; es war einfach unbeschreiblich toll, sodass sogar ich auf der Zielgeraden gefeiert habe und im Ziel vor Freude explodiert bin. Was schweißt Teammates bitte mehr zusammen, als ein solches sportliches Erlebnis?!

Ich nahm Fahrt auf

Motiviert durch die Veranstaltungen und durch die zahlreichen Insta-Posts ging es für mich immer öfter auf die Straße und auch meine Distanzen wurden immer größer – der kleine Dorfjunge verlässt also seine sicheren heimischen Mauern und entdeckt die Longruns für sich. War ja auch nur eine Frage der Zeit, denn im September sollte mit dem Kiel.Lauf 2019 ja noch mein eigentliches Saison-Highlight kommen, der nächste HM mit neuer PB um die 1:25 h herum. Ich sammelte also meine Erfahrungen auf längeren Distanzen und testete so einiges an Verpflegung während meiner Trips und ich muss gestehen, dass Kinderriegel & Co. hierfür nicht ausreichend waren. Das Equipment musste erweitert und die Energieversorgung sichergestellt werden, danke Philipp und Ralf für eure zahlreichen Tipps.

Marathon

Ganz nebenbei wurde mir bewusst, dass ich mein zuvor gestecktes Jahresziel von 1000 km mehr als übertreffen werde und ich war schon sehr happy, but so what, es sind nur Zahlen. Eine Distanz oder Pace weiß nicht, wie du dich dabei gefühlt hast oder dich später fühlen wirst. Nach diesem Motto trainierte ich bis in den Sommer hinein und es gab viele Läufe die mich am Ende mit einer Überschüttung an Glücksgefühlen belohnt haben – weiter so. Als die örtlichen Laufevents in ihre Sommerpause gingen, fühlte es sich schon komisch an, nirgendwo mit meinen Teammates an den Start gehen zu können. Abhilfe hatte dann ein Gespräch mit Philipp gebracht, der nach einem meiner Longruns felsenfest davon überzeugt war, dass ich einen Marathon laufen sollte, mit Zeitvorgabe. 

Schaffe ich das?

Zu diesem Zeitpunkt war diese Distanz für mich so utopisch, dass ich innerlich zwar abgewunken habe, mich dieses neue Ziel aber so sehr mit Spannung und Vorfreude erfüllt hat, dass ich einfach nicht ablehnen konnte und diese Herausforderung angenommen habe. Diverse km und einige Vorbereitungswettkämpfe später bin ich dann letztlich im Oktober in Lübeck meinen Marathon gelaufen. Dieses Erlebnis war einfach klasse, sodass ich mich dazu entschlossen habe, mich auf dieser Distanz weiterzuentwickeln…schließlich stand ja auch noch der 6 h-Lauf in Bokel an.

 

Ultramarathon

Wer Bokel nicht kennt – hier gibt es einen etwa 2 km langen Rundkurs, den man in den 6 h so oft läuft, wie man möchte oder eben kann. Das schöne dabei ist, dass man relativ häufig an der Verpflegung vorbeikommt und seine Energiereserven wieder auffüllen kann – bei Tee, Coke, belegten Brötchen, Salzigem und Süßigkeiten…ein Traum einer jeden Naschkatze. Nachdem die Marathondistanz überwunden war, habe ich das Ziel auf 5 h Laufen bzw. 50 km hochgesetzt, abhängig davon, was zuerst eintritt. Bei 50 km sind bei mir alle Dämme gebrochen und ich hatte einen Gefühlsausbruch von höchster Güte – mein persönlich geilstes RunnersHigh. Ich bin also weitergelaufen und irgendwann kam der Punkt, an dem mir klar wurde, dass sogar die 60 km noch drin sind. Am Ende sind es dann sogar 31 Runden und damit etwas über 62 km geworden und ich war stolz und dankbar. 

Stolz auf diese Leistung und dankbar gegenüber meinem Körper, der mir dieses Lauferlebnis ermöglicht hat. An diesen Tag werde ich noch lange zurückdenken, so viel ist sicher. Und ich komme wieder!

Nebenbei habe ich meine Insta-Bekanntschaft Matthias nun auch mal persönlich kennengelernt und wir haben uns auf der Strecke und auch im Anschluss ausgetauscht, was das weitere Lauftraining angeht #laufenverbindet Zugegeben auf der Strecke waren die Unterhaltungen nur kurz, nämlich immer dann, wenn Matze mich überholt hat.

Sonst so?

Der Rest des Jahres verlief dann eher ruhig und war von lockeren, aber auch langen Einheiten gespickt, schließlich sollte sich der Körper ja auch irgendwann mal von dem ganzen Pensum erholen. Im Dezember liefen wir dann gemeinsam mit gefühlten 150 blauen Zipfelmützen unseres Teams den Nikolauslauf in Klausdorf. Der Spaß stand hier klar im Vordergrund und der gemeinsame Zieleinlauf von ALLEN teilnehmenden Läufern war ein Traum und somit der perfekte Veranstaltungsabschluss für uns als „Team VOSS Turnschuhheizer“ des Jahres 2019.

Kurz vor Weihnachten gab es noch einen Lauftreff vom Turnschuhheizer und an Heiligabend einen Teamlauf mit Weihnachtsmusik im Gepäck rund um die Kieler Förde.

By the way habe ich als Zahlenmonk noch eine Challenge gegen mich selbst gehabt und habe die 2345,6 km als Jahresleistung vollgemacht und so stehen gelassen #monkkannich

Das Laufjahr 2019 war für mich sehr prägend – sowohl sportlich, als auch menschlich. Ich möchte mich ganz herzlich bei Christian und Philipp bedanken, die mir diese tolle Chance geboten haben, ein Teil eures Teams zu sein und dabei so viele eigene mentale Grenzen überschreiten zu können.

Ihr seid klasse und ich freue mich auf ein weiteres tolles Laufjahr mit euch allen.

Andreas bei Instagram

(unbezahlte Werbung wegen Verlinkung und Nennung der Veranstaltung)

P.S.: Du hast auch eine spannende Laufgeschichte zu erzählen? Schreib mir eine Mail an derturnschuhheizer@gmail.com Mit Glück wird diese hier veröffentlicht!

 

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Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Monika Claßen

    Vielen Dank für diesen lebhaften Beitrag. Mich erinnert dein Erlebnis an das Buch „von 0 auf 42“ was damals vor ca.20 Jahren der Renner war: auch hier schilderte eine Frau wie sie es in einem Jahr geschafft hat vom Nichtläufer zum Marathonläufer zu werden und wurde dabei ein Jahr von einem Kamerateam begleitet.Für mich war dieses Buch damals der Grund dass ich mit dem Laufen angefangen habe. Es wurden dann auch im Laufe der Jahre vier Marathons ,allerdings nicht in New York. So erinnert mich dein Beitrag daran, dass es da doch noch einen Traum gab der nicht verwirklicht wurde .. Ich wollte zwar nie wieder einen Marathon laufen, aber wer weiß…

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