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Laufpsychologie – Der mentale Kampf mit mir selbst

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Was ist eigentlich Laufpsychologie?

Puh. Wie soll ich mich dem Thema annähern. 

Ist es schwierig? Zu sensibel? Doch eigentlich kennt es doch irgendwie jeder oder hat zumindest Kontakt damit. Hoffentlich mehr positiv als negativ. 

Der Lauf-Sport im Kopf

Es ist kein Geheimnis, der Marathon wird im Kopf entschieden. Doch auch ein Juxx-Trainingslauf kann eine mentale Herausforderung sein. Stress, Alltag, Schlaf, Verletzung oder selbst gemachter Leistungsdruck. Es gibt viele Faktoren, die das Sporterlebnis beeinflussen. Für mich ist dort die Erfahrung eine Variable, die vieles davon gut beeinflussen kann. Doch nicht jede Person kann darauf zurückgreifen. Darum habe ich mich mit der Sportpsychologin Dr. Inga Hahn unterhalten. Welche Tipps sie hat, verrät sie im aktuellen Video auf meinem YouTube Kanal

Ich schreibe doch hier einmal weiter, was meine Erfahrung mit dem mentalen Aspekt und der Psyche des Laufens angeht. 

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Ich habe kein Motivationsproblem 

Viele Fragen mich, wie ich mich dazu motiviere, laufen zu gehen. Muss ich nicht. Allein die Zeit und dann noch die Gesundheit zu haben laufen gehen zu können, löst in mir Glücksgefühle aus. Das war nicht immer so und ist aktuell sicher meiner Lebenssituation geschuldet. 

Familie, Arbeit, Selbstständigkeit und das Video drehen nimmt viel Zeit ein. Da ist es eine Wohltat, laufen gehen zu dürfen. Da ist mir das Wetter auch total egal. Die passende Laufausrüstung sowie eine gute Regenjacke hilft da z.B. Link YouTube 

So ist es bei mir. Doch anscheinend gibt es viele, die ein Problem haben, sich die Laufschuhe zu schnüren und sich von der gemütlichen Couch zu erheben. 

Da habe ich einen Tipp: Kurz einmal denken, was gerade das „Problem“ ist. Ist es eine echtes Problem, jetzt laufen zu gehen? Es gibt sicher andere echte Probleme oder? Sei ehrlich! Auch das kontinuierliche Training zahlt sich aus. Gerade im Ausdauersport dauert es, bis der Körper sich anpasst und zeigt, was er kann. Darum lohnt es sich noch mehr dranzubleiben und sich auch an solch schweren Tagen die Schuhe zu schnüren und loszulaufen. 

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Leidensfähigkeit

Intervalle tun weh. Wenn die Beine wackelig werden und es sich anfühlt, als würde man im Sand laufen. Die Lunge brennt und man lässt sich im schlimmsten Falle das Essen durch den Kopf gehen. Was mir noch nie passiert ist. Ich führe mir bei solchen Einheiten immer vor Augen, dass ich es mir selbst ausgesucht habe. Ich will das hier gerade. Ich will mich quälen und weiß, was es mir trainingstechnisch bringen wird. On Top kommt noch etwas: Klar tut es in dem Moment der Belastung weh. Gerade die letzten beiden Intervalle sind einfach gemein. Aber der Schmerz vergeht. 30min später ist man unter der Dusche. Danach gibt es etwas leckeres zu Essen. Alles ist wieder OK! 

Ein Schmerz, eine stechende Verletzung wäre durchaus schlimmer. Eben ein Schmerz, der nicht weggeht. Das hilft mir. Ich denke auch oft an tolle Momente. Mit meiner Familie zum Beispiel. Ich schließe sogar manchmal, wenn es richtig fies ist, für 1-2s die Augen und renne einfach alles aus mir raus. 

Laufen ist ein Ventil für mich

Und genau solche Einheiten, schnell und kurz oder lang und langsam geben mir sehr viel. Flugmodus für den Kopf nenne ich das gerne. Ich sehe überhaupt keinen Sinn mich beim Laufen, etwas tollem, mit alltäglichem Kram und Problemen zu beschäftigen. Darum bin ich nach einer Laufeinheit auch immer wie auf einer kleinen flauschigen Wohlfühlwolke unterwegs. Es kann quasi kommen, was will. Mein Stresslevel ist quasi nach einem Lauf im Minusbereich. 

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Bin ich süchtig? 

Wenn ich aufgrund einer Verletzung nicht Laufen kann, ist das für mich total ok. Es ist Schade, aber an der Ursache kann ich, außer durch eine optimierte Genesung, nichts ändern. Oft dauert es einfach bis es wieder losgehen kann. Im Falle der vergangenen Coronainfektion war dies auch der Fall. 

Doch, wenn es aufgrund von Zeitmangel nicht klappt, dann bin ich schlecht drauf und habe schlechte Laune. Das ist Mist! Großer Mist und daran muss ich arbeiten. Irgendwie fühlt sich diese schlechte Laune und der Grund dessen auch an, wie eine Sucht. Ich bekomme nicht, was ich will und bin dann schlecht drauf. Fuck. 

Das stört mich selbst auch und ist grundlos, wenn ich mich auf die „echten“ Probleme von weiter oben beziehe. Dennoch ist das sicher auch wieder individuell bei jedem. 

Sportlicher Ehrgeiz vs. Social Media Vergleich 

Nicht nur im Studium hatte ich dieses Thema. Dort hieß es: Soziale Erwünschtheit. Ich stelle mich so dar, wie es sozial erwünscht ist und belohnt wird. Vielleicht sogar durch Likes, Herzen, Kudos. 

Auch beim Sport kann das eine Herausforderung werden. Als ich selbst begann, Instagram zu nutzen, habe ich mich durchaus mit anderen Läufern verglichen. Fast 2 Jahre habe ich gebraucht,mich davon loszulösen. Was vielen von euch sicher schon klar ist, schreibe ich noch einmal hier hin. Jede Person hat 24h am Tag zur Verfügung. Der Student, welcher Single ist und in einer WG wohnt, hat eventuell mehr Zeit zum Laufen als ein 4-facher 45-jähriger Familienvater, welcher vollzeit arbeitet. Ein Vergleich hinkt! Extrem! Auch wenn beide ein gleiches Leistungsniveau haben oder die selben Bestzeiten. Der Student wird wahrscheinlich öfter Zeit haben, laufen zu gehen. 

Vielleicht könnt ihr diesem konstruierten Beispiel etwas abgewinnen und es nachvollziehen.

Heute gönne ich jeder Person ihren Trainingserfolg oder Lauferfolg. Zeit investieren ergibt eben gerade im Sport im besten Falle einen Leistungserfolg, Trainingszuwachs und dann wiederum auch eine gute Laufzeit und oft verbunden mit einer individuellen persönlichen Bestleistung. 

Ist das Laufpsychologie?

Ihr merkt schon. Ein Thema, welches Seiten füllt und natürlich gespickt ist mit individuellen Erfahrungen meinerseits. Ich bin mir nicht einmal ganz sicher, ob all dies überhaupt der Laufpsychologie zugeordnet werden kann. Dennoch und vielleicht gerade darum ein wichtiges Thema. Positiv, wie negativ betrifft es mich natürlich auch. 

Ich würde mich freuen, wenn ihr ein kurzes Kommentar schreibt oder bei YouTube unter dem Video eure Sichtweise oder Erfahrung teilt. 

Bleibt gesund und habt Spaß am Laufen

Philipp

P.S.: Zur Erinnerung noch einmal das YouTube Video mit der Sportpsychologin Dr. Inga Hahn.

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